Abendschule Migration: Und was ist mit der Ukraine? Arbeitsmigration nach Tschechien

Am 18. April organisierte die Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen der „Abendschule Migration“ einen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Und was ist mit der Ukraine? Arbeitsmigration nach Tschechien“. In der gut gefüllten „Klubovna“ der Stadtbücherei Prag diskutierten Yana Leontiyeva (Soziologin, Soziologische Fakultät der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik) und Dušan Drbohlav (Sozialgeograph, Karlsuniversität Prag). Geleitet wurde die Diskussion von Tomáš Samek vom Multikulturellen Zentrum Prag, das die Veranstaltungsreihe mitorganisiert.

Im Fokus stand u.a. die These, dass die Ukrainische Minderheit in Tschechien ein weit breiteres gesellschaftliches Spektrum abdeckt als allgemein angenommen. Auch der inzwischen nachwachsenden zweiten Generation wurden einige Worte gewidmet und angemerkt, dass diese aufgrund sprachlicher und physischer Nähe zu Tschechen/Tschechinnen schnell als integriert wahrgenommen würden. Zu einer kontroversen Debatte führte der inhaltliche Punkt des „Klientismus“. Darunter ist zu verstehen, dass viele Ukrainer_innen inzwischen Firmen bezahlen müssen, die deren Aufenthalt in Tschechien (Aufenthaltserlaubnis, Arbeitsplatz, etc.) organisieren. Vor- und Nachteile dessen und insbesondere die Frage, wie dieser entstehen konnte (außer den Firmen selbst profitieren weder der Staat noch die Arbeitnehmer – höchstens im kleinen Maße) wurden diskutiert. Bereichernd war, dass auch einige Ukrainer_innen im Publikum saßen und mit ihren Erfahrungen zur Diskussion beitrugen.

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