Das Planspiel Kommunalpolitik geht in die 2. Runde!

Rückblick und Aufruf zur Teilnahme

 

 
Foto: Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Tschechischen Republik

Im Jahre 2011 hat die Friedrich-Ebert-Stiftung in Prag das Projekt „Planspiel Kommunalpolitik“ gestartet mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler für Kommunalpolitik zu begeistern und sie mit den Politikern der Stadt bekannt zu machen. So merken die Schüler, dass die Politiker nicht „die da im Rathaus“ sind und die Politiker sehen, dass die Schüler sich doch für die Stadt und den Entscheidungsprozess interessieren.

Am ersten Tag des zweitägigen Projektes bekommen die Schüler wichtige Informationen zu Strukturen und Abläufen der Kommunalpolitik allgemein sowie in ihrer Stadt. Am Nachmittag besuchen die Teilnehmer die „echte“ Stadtratssitzung, um die Abläufe und die Kommunalpolitiker kennenzulernen. Dabei merken die Jugendlichen, dass die Politiker sich mit den ganz alltäglichen Dingen, die ihre Stadt - und damit teilweise die Schüler selbst betreffen - befassen.

Am zweiten Tag erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in Arbeitsgruppen - ihren eigenen Fraktionen -  und mit Unterstützung von Kommunalpolitikerin ihre eigenen Themen. Diese fassen sie in Anträge und Anfragen zusammen - als Vorbereitung auf die simulierte Stadtratssitzung, in der sie selbst Kommunalpolitiker sind und ihre Vorschläge diskutieren sowie darüber abstimmen. Die Stadtratssitzung wird dabei von dem Bürgermeister oder seinem Stellvertreter moderiert und von der Presse begleitet.

Nach der Pilotphase in Šumperk fand das Projekt auch in Třebíč, Čáslav und Nymburk statt. Sowohl die Schüler als auch die Kommunalpolitiker waren von dem Projekt begeistert.

„Die simulierte Stadtratssitzung selbst war sehr interessant und gleichzeitig lehrreich für uns. Ich war sehr angenehm überrascht, wie unmittelbar und offen die Jugendlichen reagieren können, ihre eigenen Vorschläge verteidigen und argumentativ sehr stark für ihr oder ein anderes Projekt einsetzen können“, sagte der stellv. Bürgermeister von Čáslav Jiří Havlíček nach der simulierten Stadtratssitzung in seiner Stadt. „Aus den diskutierten Anträgen wird offensichtlich, dass die jungen Leute eine sehr gute Übersicht über das haben, was in ihrer Stadt passiert und was sich wie ändern sollte. Ich hoffe, dass die Jugendlichen sich von dem Marasmus, der sich auf der hohen politischen Ebene abspielt, nicht entmutigen lassen und sich in Zukunft an der praktischen Realisierung der Politik in unserem Land beteiligen. Eine Reihe von ihnen hat dafür die besten Voraussetzungen und kann so zu einer Kultivierung der derzeitig abbauenden politischen Kultur beitragen.“

Das Planspiel in Čáslav war zum Beispiel geprägt vom Thema der unkontrolliert hinzugezogenen Roma aus der ganzen Tschechischen Republik. Anstatt die Problematik zu ignorieren oder fremdenfeindlich aufzugreifen, haben die Schüler eine konstruktive Lösung gefunden und diese im Rahmen der simulierten Stadtratssitzung vorgestellt. Deren Vorschlag, im Rahmen einer städtischen Einrichtung die Integration und Bildung der Kinder aus sozial schwachen Familien zu fördern, war sorgfältig ausgearbeitet und wurde angeregt diskutiert.

Pädagogen halten das Projekt, welches unter der Schirmherrschaft des Schulministeriums steht, für eine wichtige Form der politischen Bildung in der Tschechischen Republik.   „Ich begrüße das Projekt der Friedrich-Ebert-Stiftung, weil ich aus eigener Erfahrung als Stadtrat weiß, dass es sehr wichtig ist, das Interesse der jungen Leute an der kommunalen Politik zu erhöhen“, erläuterte PaedDr. Zdeněk Sejček, Schulleiter des Gymnasiums Čáslav, seine Entscheidung zur Teilnahme des Gymnasium an dem Projekt.  „Die Form des Projektes ist anschaulich und nicht - wie es in der heutigen Zeit geläufig ist - virtuell. Sie ermöglicht den Jugendlichen einen direkten Kontakt und Einstieg zum Verhandeln. Sobald sich auch noch die Stadträte aktiv einbinden, wie es bei uns in Čáslav war, dann habe ich großes Interesse an der weiteren Zusammenarbeit. Es ist wichtig, den jungen Leuten zu zeigen, dass die einschneidenden Veränderungen nicht durch Stammtischdiskussionen oder Demos gemacht werden, sondern durch konkrete Arbeit unterstützt durch Bildung“.

Links zu Zeitungsberichten über das Planspiel (nur Tschechisch):

Čáslav - 19. und 20.09.2011:

http://kutnohorsky.denik.cz/zpravy_region/kh-gympl20110921.html 

http://kutnahora.pres.cz/?page=clanek&rok=2011&idc=2006

Nymburk - 26. und 27.09.2011:

http://nymbursky.denik.cz/zpravy_region/zastupitelstvosimul-nymburk20110930.html

 

Die Friedrich-Ebert-Stiftung bietet das Planspiel in der gesamten Tschechischen Republik an. Die Teilnahme ist für Schulen kostenlos. Sämtliche Organisation sowie Kommunikation mit den Politikern übernehmen wir. Erfahrene Referenten der Friedrich-Ebert-Stiftung geben den Schülern die wichtigsten Basisinformationen sowie begleiten sie durch das gesamte Projekt - auch bei der Gruppenarbeit mit den Kommunalpolitikern sowie bei dem Finale, der simulierten Stadtratssitzung.

Für Informationen sowie bei Interesse, das Projekt an Ihrer Schule anzubieten, wenden Sie sich bitte an Tamara Reisig, Tamara.Reisig@fesprag.cz oder telefonisch unter +420 224 948 088.

  



Foto: Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Tschechischen Republik

 

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